Lasst es wundervoll sein, oder lasst es abscheulich sein. Solange es nur aussergewöhnlich ist.
Nachdem die Kyritzer Bürger 1381 den Ritter Curt von Bassewitz besiegt hatten, beschloss der Rat der
Stadt Kyritz zum Gedächtnis dieses Tages, der die Errettung der Stadt gebracht hatte, alljährlich am
Montag nach Invocavit (Montag nach Aschermittwoch) ein Lob - und Dankfest mit Gottesdienst und Austeilung
von Almosen, zu feiern.
Und so ist das Bassewitzfest über 700 Jahre in Kyritz gefeiert worden. Wie überliefert worden ist, soll früher
die Stadt öfter beabsichtigt haben, die Feier einzustellen, jedes Mal ist dann aber den Bürgern ein großes
Unglück, wie Großfeuer, Missernten, Pestepidimien usw. zugestoßen.
Das Fest wurde durch Gottesdienst am Vormittag gefeiert. Danach standen der Bürgermeister und die
Ratsherren an der Kirchentür bereit und verteilten an die Kirchbesucher ein “Rundstück”. Das sind große
Brötchen, welche in seiner Form die Steine versinnbildlichen sollen, die den fliehenden Bassewitz
nachgeworfen wurden. Die städtischen Beamten sowie die Stadtarmen erhielten je ein Brot und die
Schulkinder kleine Geldgeschenke. Außerdem wurden und werden noch heute nur an diesem Tage die
“Hedwecken” in Kyritz gebacken. Das ist ein besonderes Weißgebäck mit Zuckerguss und Rosinen.
Nach 1949 wollte die herrschende SED- Regierung das “Bassewitzfest” nicht alleine der Kirche überlassen
und so regte man an, selbst ein ideologisch angepasstes “Bassewitzfest” mit einer Theateraufführung
zu veranstalten. Der Lehrer Will Anders schrieb daraufhin das Schauspiel “Der Bassewitz sinnt wieder Krieg”.
Nach vielen, von den regierenden Behörden geforderten Änderungen, kam das Theaterstück beim
ersten “Bassewitzfest” 1955 endlich zur Aufführung. Doch, um sich abzugrenzen feierte man dieses
Fest nicht wie üblich am Montag nach Invocavit, sondern verlegte es in den Sommer. 1961 wurde das
Theaterstück zum letzten Mal aufgeführt und es verschwand in der Versenkung bis es 1987 zur 750 Jahrfeier
der Stadt Kyritz noch einmal in stark zensierter Form aufgeführt wurde.
Die Wende kam und so boten sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten. 1994 trafen sich ca. 100 Bürger,
um die Tradition des “Bassewitzfestes” wieder neu zu beleben. 1997 wurde das Schauspiel
“Der Bassewitz sinnt wieder Krieg” vor 6000 Zuschauern wieder aufgeführt. Bis 2011
wurde nun alle zwei Jahre in Kyritz erfolgreich gefeiert. Mit einer neu gewählten Stadtregierung, die sich für
die Tradition leider nicht begeistern konnte, starb diese zum Kummer der Kyritzer Bürger aus.
C
Curt von Bassewitz
Walter Timm - 1955-1958
Eckhard Kutzer 1994 - 2009
Thomas Reiche 2009 -
Die Darsteller des